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Gleichberechtigung, Digitalisierung, Coworking

Von Redaktion | 9. Juli 2018

Prof. Dr. Heike Wiesner

Prof. Dr. Heike Wiesner, Professorin für Betriebliche Informationssysteme im Studiengang Wirtschaftsinformatik an der HWR Berlin

 

Seit 2009 ist Heike Wiesner Professorin für Betriebliche Informationssysteme im Studiengang Wirtschaftsinformatik an der HWR Berlin.

Sie liebt ihren Beruf, weil er ebenso aktuell wie herausfordernd ist. Ihre Forschungsinteressen bewegen sich in den Bereichen Betriebliche Informationssysteme, Wissensmanagement, E-Learning und MOOC-Entwicklung. Seit 2016 ist die Wissenschaftlerin in dem aktuellen Forschungs- und Entwicklungsfeld Transformative Technologien, insbesondere in dem Feld Robotik unterwegs.

Was treibt Sie an?

Spontan würde ich sagen, ich treibe mich selber immer und unaufhörlich an. Aber das reicht sicherlich nur aus, um im klassischen Sinne erfolgreich zu sein. Nein, mich treibt eine Leidenschaft an, einen echten Beitrag für die Gesellschaft leisten zu wollen. Ich habe neben einem Bildungsauftrag auch den Wunsch, dass die Menschen, mit denen ich arbeite – sei es Studierende, Kolleg*innen oder auch „nur“ Zuhörende – einen echten Impuls spüren, (transformativen) Technologien für vielfältige Gesellschaftsgruppen (mit)zuentwickeln.

Wer sind die Gewinner*innen und wer die Verlierer*innen der Digitalisierung? Automatisierung und Optimierung um jeden Preis ist m.E. sehr inhuman. Darüber muss mehr gesprochen werden. Und ganz wichtig: Wir benötigen dafür Fachkräfte, die diese Fragen mit in ihre Entwicklungsaufgaben reinnehmen.

Wie ist die Verbindung zum FCZB entstanden?

Die einfachste Antwort ist: Ich wurde gefragt. Die zweite Antwort lautet: Der Zufall hat es gut gemeint. Networking führt zum Austausch von gemeinsamen Ideen und Konzepten – mal intendiert und auch mal unintendiert. Aber es ist sicherlich richtig, festzustellen, dass die Interessen zusammentreffen.

Das Anliegen, den Anteil von Frauen im IT-Sektor zu steigern, ist dabei sicherlich die wichtigste Schnittstelle. Und das ist auch gut so. Wenn Sie sich mit den Projekten und den Aufgabenstellungen vom FCZB befassen, gibt es sicherlich noch mehr Schnittstellen. Neben Genderaspekten kommen auch Diversitätsaspekte zum Tragen. Und schnell stellen Sie fest, es geht um Partizipation und Teilhabe an dem Prozess der Digitalisierung und zwar von diversen Bevölkerungsschichten.

Wo sehen Sie die besonderen Potenziale des FCZB?

In dem Bereich Frauen und IT hat das FCZB sehr viel geleistet. Dort arbeiten viele hochengagierte Menschen, die einen echten gesellschaftlichen Beitrag leisten. Das besondere Potenzial liegt neben dem starken Engagement aller Akteur*innen auch sicherlich darin, dass es sich bei dem FCZB inzwischen um eine sehr etablierte Institution handelt.  Neben IT-Fort- und Weiterbildungsangeboten für Frauen aus diversen Bevölkerungsgruppen wird auch zunehmend der politische Impetus des FCZB für die Gesellschaft im Zuge der Digitalisierung immer bedeutsamer.  

Welche gesellschaftlichen und technischen Entwicklungen sind wichtig, um Gleichstellung und Vielfalt umzusetzen?

Im Grunde lässt sich das mit drei Stichworten umreißen:

  • Gestaltbare Technologien fördern und einsetzen
  • Diversity-/Gender-Aspekte in Technikgestaltungsprozessen durchgängig berücksichtigen
  • Mehr Frauen (und Menschen mit Migrationshintergrund) für den Informatikbereich als Akteure stärken und gewinnen

Mit welcher Expertise können Sie das FCZB auf diesem Weg unterstützen?

Mein Interesse liegt weniger in der Beratung, sondern in der Schaffung von gemeinsamen Gestaltungsräumen. Partizipation ist somit der Schlüsselbegriff. Gemeinsame Projekte, gemeinsamer Austausch, gemeinsame Strategien. Wer meinen Sachverständigenbericht an den Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung im Deutschen Bundestag liest, kann nur zu dem Schluss kommen, dass insgesamt noch viel mehr Anstrengungen unternommen werden müssen, um den Anteil von Frauen im IT-Bereich zu steigern.

Mehr Informationen zu Prof. Dr. Heike Wiesner

Website Heike Wiesner
Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin
Sachverständigenbericht zum Herunterladen

 

 

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