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Gleichberechtigung, Digitalisierung, Coworking

Von Redaktion | 9. Juli 2018

Petra Heidenfelder

FCZB-Vorstandsfrau Petra Heidenfelder ist Rechtsanwältin für Insolvenz- und Arbeitsrecht in Frankfurt/Main ©SGP Schneider Geiwitz & Partner Wirtschaftsprüfer Steuerberater Rechtsanwälte PartGmbB
Petra Heidenfelder ist Rechtsanwältin für Insolvenz- und Arbeitsrecht und arbeitet seit vielen Jahren in einer bekannten Frankfurter Kanzlei.

Was treibt Sie an?

Ich war immer der Auffassung, dass Frauen die gleichen Rechte und Fähigkeiten haben wie Männer. Dies wollte ich mir, meinen Eltern und meiner Familie beweisen. Ich habe sehr früh, schon mit Ende 20, Führungspositionen innegehabt, Leiterin einer Sanierungsabteilung in der Commerzbank, Filialleiterin einer Commerzbank-Filiale in Cottbus.

Ich habe dort versucht mit meinen weiblichen Fähigkeiten, gepaart mit juristischem Wissen, zu führen und zu leiten. Später war ich Geschäftsführerin einer Firma, die Banken beraten hat. Von ca. 40 Mitarbeitern waren nur vier Frauen.

Mir war es auch immer wichtig, gleichwertig wie die Männer in vergleichbaren Positionen bezahlt zu werden. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit.

Heute berate ich Kolleginnen und junge Frauen, wie sie sich im Berufsleben durchsetzen können und sich nicht zurückdrängen lassen.

Ich habe sehr aktiv bei dem Projekt des Deutschen Juristinnenbundes (DJB) mitgearbeitet: Aktionärinnen fordern Gleichberechtigung bei der Besetzung von Aufsichtsratsposten und Vorstandsposten in DAX-Unternehmen. Es gibt noch viel zu tun, dass Frauen in Deutschland gleichwertig in Führungspositionen eingesetzt werden und das Wirtschaftsleben mitgestalten und Einfluss nehmen. Alleine durch die zunehmende Berufstätigkeit bei Frauen wird sich die zu geringe Beteiligung von Frauen in der 1. und 2. Führungsebene bei Unternehmen nicht ändern. Es bedarf der bewussten Förderung von Frauen für die Besetzung von Führungspositionen.

Wie ist die Verbindung zum FCZB entstanden?

Die Idee kam von Dr. Karin Reichel, die ich bei dem Zertifizierungslehrgang Strategische Kompetenzen für Frauen in Aufsichtsräte 2015/2016 kennengelernt habe.

Wo sehen Sie die besonderen Potenziale des FCZB?

Ich glaube, dass ich das FCZB mit meiner juristischen Fachkenntnis und meiner Expertise im Bereich Unternehmensberatung vor allem im wirtschaftlichen Bereich unterstützen kann. Es sollte eine solide finanzielle Grundlage geschaffen werden und möglicherweise neben dem Hauptfinanzierer, dem Berliner Senat, noch andere Finanzierungsquellen erschlossen werden, um eine langfristige Existenz des FCZB zu sichern.

Mit welcher Expertise können Sie das FCZB auf diesem Weg unterstützen?

Ich versuche eine Vernetzung mit dem Deutschen Juristinnenbund DJB herzustellen, der im September 2019 in Halle seine Jahrestagung unter dem Blickwinkel „Frauen und Digitalisierung“ abhalten wird. Hier könnte das FCZB mitwirken und so unter Juristinnen auch eine bundesweite Sichtbarkeit herstellen.

Welche gesellschaftlichen und technischen Entwicklungen sind wichtig, um Gleichstellung und Vielfalt umzusetzen?

Ich halte es für dringend notwendig, dass mit der zunehmenden Digitalisierung Frauen gleichwertig in diesem Bereich arbeiten und sich bei Projekten und eventuell auch bei Gesetzgebungsvorhaben einzubringen. Wenn Frauen hier nicht mitwirken, besteht die Gefahr, dass bei der Digitalisierung männliche Sichtweisen im Vordergrund stehen.

Die Digitalisierung wird Arbeitsplätze verändern, neue Arbeitsplätze gestalten, und hier müssen die Frauen ihre Kompetenz miteinbringen. Nur wenn das Know-how hierzu auch bei den Frauen vorhanden ist, können sie aktiv im Berufsleben ihren Arbeitsplatz mitgestalten.

Um dies zu gewährleisten, ist es notwendig, dass das FCZB als Experte anerkannt ist, um Frauen im Bereich Internet, Digitalisierung auszubilden und diese Erfahrungen auch im politischen Bereich einzubringen.

Mehr Informationen zu Petra Heidenfelder

Website der Kanzlei SGP Schneider Geiweitz
Deutscher Juristinnenbund

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