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450 Euro-Minijobs: gut und billig?

Von Redaktion | 28. Februar 2013

Möchtet ihr ein kleines immer_schoen_sauber_bleibenGedankenexperiment mitmachen?Kurz innehalten, an Minijobs denken und warten, was sich vor dem geistigen Auge so auftut.

Seht ihr eine Frau, die so aussieht, als hätte sie Ehemann, Kinder, Haus, Garten und Auto, die nebenbei ein bisschen arbeitet? Oder eine Frau, die den Putzlappen schwingt, Fenster wischt, Kaffee in der Kantine ausschenkt, im Discounter hinter der Kasse sitzt? Oder seht ihr vielleicht auch einen Mann?

Minijobber sind unterschiedlich: Frauen, Männer, Wohlhabende, Geringverdienende, jene, die das das Familiensalär aufbessern, der Langeweile entgehen wollen, oder jene, die ganz schön hart für ihr Geld kämpfen müssen, die neben dem einen, noch den anderen Job brauchen, damit es zum Leben reicht. Mit 55% gehen etwas mehr Frauen einem Minijob nach als Männer. Viele Minijobs sind im Niedriglohnbereich angesiedelt, insbesondere in Branchen wie Gastronomie, Gebäudereinigung oder Handel. Als Sprungbrett in eine Anstellung, die besser bezahlt ist, die mehr Verantwortung, mehr Anerkennung bringt, funktioniert der Minijob selten.

Zumal es scheint, dass die Firmen es gar nicht darauf anlegen, das Arbeitsverhältnis umzuwandeln. Dabei kommt die Unternehmen der Minijob, wenn denn die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und die Urlaubsansprüche eingehalten werden, gar nicht billiger.
Wenn doch das Wörtchen wenn nicht wäre …

 Knapp 215.000 Minijobs gibt es in Berlin, angesichts ca. 1 Mio. Beschäftigter insgesamt ein ganz schön hoher Anteil, der weiterhin steigt. Seit kurzem wird nun den Berliner Minijobberinnen Beratung angeboten: Hinsichtlich neuer Perspektiven, festen Anstellungen und sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungen. Beim Projekt Joboption der zukunft im zentrum GmbH und Wert.Arbeit GmbH  findet ihr mehr Info dazu.

 

Topics: Arbeitswelt & Weiterbildung | Kein Kommentar »

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