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Der Faktor Tulpe – Schillernde Begegnung mit ‚Gimp‘

Von Gast | 18. Oktober 2012

Gastbeitrag von Katja Rumi

Die Tulpe ist ein Liliengewächs. Die frühsten, uns heute vorliegenden, Schriftzeugnisse, in denen sie Erwähnung fand, stammen aus dem 9. Jahr-
hundert und sind altpersischer Herkunft. Die wild wachsende Tulpe gilt und galt dort als Sinnbild der Liebe. Von den Persern übernahmen Türken die Kultivierung der Blume und schließlich fand sie, wohl seit dem 16. Jahrhundert, Verbreitung in ganz Europa. Aus den ursprünglichen Wildtulpen entstanden innerhalb von 400 Jahren mehrere Tausend Züchtungen.

Tulpen sind ausdauernde, krautige Pflanzen. Botaniker/innen sprechen auch von perennierenden Pflanzen, lateinisch perennis: „dauernd, beständig“. Diese Pflanzen blühen und fruchten mehrmals, als krautige Pflanzen verholzen sie auch nicht. Manche mehrjährige, krautige Pflanze lässt bei ungünstigen Klimabedingungen, wie Kälte und/oder Trockenheit, die grünen, oberirdischen Teile absterben und überdauert die widrige Jahreszeit in Speicherorganen. Sie treibt dann neu aus, wenn die Bedingungen für neues Wachstum günstig sind.

Was allerdings mögen jene Impressionen zur ’Tulipa‘– so der Gattungsname – und das Bildbearbeitungsprogramm, genannt ‚Gimp‘ oder auch korrekterweise ‚GNU Image Manipulation Program‘, miteinander zu tun haben? Nun also, fix und hurtig den Bogen geschlagen.

Manch eine kennt vielleicht den inneren Konflikt bei der Wissensaneignung, beim Arbeiten, im Leben: „Kampf oder Kapitulation? Lohnt es sich, noch mehr Energie zu investieren oder sollte ich lieber leichthin und gefühlt unkompliziert, kapitulieren?

Eben in einem solchen Moment trat kürzlich die Tulpe auf. Vor mir erschien sie mit dem Öffnen der Datei ‚Tulpe‘ und lag fortan wunderschön, friedlich im Bildfenster des Gimp-Programms. Links von ihr befand sich der Werkzeugkasten mit den dazugehörigen Werkzeugeinstellungen, über ihr Titel- und Menüleiste, rechts das Ebenenfenster mit Journalfunktion, darunter Statusleiste mit grundlegenden Informationen zu Tulpes jeweiliger Verfassung.

Auf meinem Schreibtisch lag übrigens eine andere, weitere Tulpe. Aufgedruckt auf die Verpackung eines Schokoladentäfelchens, ein leuchtend gelber Strauß, sich glänzend ergänzend mit einem Paar bunt gestreifter Regenstiefel. Aber wir wollen nicht abschweifen. Die Tulpe, jene auf dem Bildschirm, war nun da. Es konnte losgehen: Meine erste Stunde alleinigen, selbstorganisierten Lernens mit Gimp.

Sie, die ‘Tulipa‘ in Turbanform und -farbe, war mir wohlgesonnen! Fortan begleitete sie mich aufmunternd durch meine Fibel-Phase mit Gimp. Ihr Anblick im Bildfenster beruhigte mein Gemüt, verlieh mir neue Tatkraft und Zuversicht bei Frust, Wut oder Zweifel ob der bejammernswerten Begrenztheit der eigenen Wirkungskraft. In ihrer Eigenart des Liebes- und Frühlingsboten kam sie grad so leicht und beschwingt daher und steckte mich an. Sie spannte sich wie eine ätherische Brücke über die Abgründe von verlockender, gleichwohl verfluchter möglicher Resignation.

Wenn das Programm mal wieder nicht so wollte wie es sollte, in diesen Momenten half nur eines: Perennierend bleiben und, ob der grad eindeutig ungünstigen Klimabedingungen, Acht geben und nur nicht verholzen! Oberirdische Teile galt es vorübergehend absterben zu lassen, um dann unter günstigeren Umständen neu auszutreiben. Kurz, frau sei ausdauernd und krautig! Manchmal hilft die kleine (Winter-)Pause mit dem erwähnten Schokoladentäfelchen … Voilà, kein Kampf, keine Kapitulation, kaum ist noch ein Konflikt zu spüren. Der ‘Tulipa‘ sei‘s gedankt!

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Fachinfos zur  Tulpe und  Botanikus aus Wikipedia

 

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