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Die VerAPPLEung der Welt – das iPad für alle, besonders für Frauen?

Von Redaktion | 8. April 2010

Nein, das Wortspiel stammt nicht von mir, vielmehr erstaunt mich, dass ich vor zwei Tagen das erste Mal in der Süddeutschen Zeitung in einem Artikel über das iPad, das es nun in den USA ja auch endlich zu kaufen gibt, darauf gest0ßen bin. Und das Phänomen deutet sich auch schon länger an: Apple wird als Big Player im Internet immer gewichtiger. Das Geschäftsmodell beruht auf einer Mischung aus dem Verkauf von Hardware und dem Betreiben von Download-Shops, die Downloads nicht nur für die eigene Hardware anbieten. Dieser Mix hat das Unternehmen, das Anfang des Jahrtausends eher unter einem absteigenden Stern stand hat sich seit Einführung des iPods 2001 und erst recht durch das iPhone, das 2007 auf den Markt kam zum krisenbeständigen Aufsteiger entwickelt. Lange haftete ihm der Ruf des pfiffigen Außenseiters in einer Welt gieriger Monopolisten zu sein (Microsoft, Amazon, Google), der bessere Hardware für besser Verdienende und bessere Grafiker/innen und die Guten unter den Nerds herstellte.

Und nun geriert sich Apple mehr und mehr als Anbieter von echten Massen- und Mehrheitsprodukten. Spätestens mit den iPad ist deutlich geworden, dass es nicht mehr um die bessere, sondern um die massentauglichere Hardware geht. Leicht zu bedienen, kein verwirrender Schnickschnack wie Schnittstellen, Tastatur (kann immerhin zusätzlich angeschlossen werden), Telefon oder Kamera. Nur Display. Nur Kino. Ein TV-Gerät, das auch E-Books anzeigen, Musik abspielen und im Internet surfen kann – letzteres am liebsten, um E-Books, Musik, Filme oder – ganz wichtig – Apps im Apple-iStore zu kaufen. Natürlich kann via Touch-Tastatur auch in die Welt kommuniziert werden, aber im Mittelpunkt steht die Kommunikation nicht wirklich.

Irgendwie ahnen oder vermuten alle, das gilt für die Süddeutsche Zeitung ebenso wie für David Pogue, technischer Kolumnist der New York Times oder den Web-Trend-Pabst Tim O’Reilly, dass mit dem iPad eine neue Ära eingeläutet wird. Welche, darüber ist man sich uneinig, die Süddeutsche glaubt, dass der Trend zum reinen Web-Konsumenten und weg vom aktiven Web-Nutzer geht. O’Reilly sieht den Trend weg vom Web hin zur App und Pogue glaubt, dass das Gerät durch seine Massentauglichkeit neue Dimensionen auf dem Markt digitaler Produkte schaffen wird.

Und dann sind hin und wieder Stimmen zu hören, dass Apple mit dem iPad nicht nur die Massen, sondern vor allem Frauen erreicht – eben weil es sich pragmatisch auf das Wesentliche konzentriert, die Bedienung einer klaren Logik folgt und wichtige Anforderungen für wirklich mobile Geräte ernst genommen wurden, geringes Gewicht und lange Akku-Laufzeit nämlich. Ich glaube, dass diese Stimmen Recht behalten werden.

Topics: Social Media, Netzkultur & Web-Allerlei, Technik & Software-Tipps | 3 Kommentare »

3 Kommentare to “Die VerAPPLEung der Welt – das iPad für alle, besonders für Frauen?”

  1. ela meint:
    12.April 2010 at 19:11

    mir persönlich geht dieser apple-kram mittlerweile unendlich auf die nerven. ich hab mir unglückglicherweise mal einen ipod touch mit 30gb platte gekauft. und durfte dann feststellen, dass ich ihn unter linux nicht bespielen kann, dass ich das blöde itunes unter windows benötige und dann noch schlimemr: dass ich auf die 30Gb platte nicht mal etwas wie pdfs hochladen konnte! funktionert also nicht mal als externer speicher… dann hat er kein radio (ich soll ja musik online kaufen), und soll jetzt zahlen, damit ich ein update auf eine version mache, in der ich copy und paste nutzen kann (wow!). seitdem ich mich dem update verweigere, verschinden nach und nach die ganzen (kostenlosen) apps…
    von dem ipad werde ich also auf jeden fall die finger lassen.
    ich probiers mal mit android und werde dann berichten, ob ich vom regen in die traufe gekommen bin 🙂

  2. gabi meint:
    5.Mai 2010 at 14:02

    Ich finde ebenfalls, dass die Strategie von Apple, alle proprietären Anwendungen und Apps zu regeln, eher abschreckend ist. Hier eine Alternative und noch dazu aus Berlin. Möglicherweise ein echtes Konkurrenzprodukt. http://wepad.mobi/produktvergleich

  3. Faruk meint:
    6.Mai 2010 at 14:55

    genau das finde Ich auch Apple vertreibt ein sehr gutes produkt ich denke aber das jedes unternehmen irgendwann den Kommerzielen gedanken im vordegrund haben wird und dadurch guten vorsazt vergessen. 😉

Kommentare