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Erster Regie-Oscar für eine Frau – und Ihnen auch einen schönen 8. März!

Von Redaktion | 8. März 2010

Es ist ein gelungener Auftakt zu diesem 8. März: Letzte Nacht erhielt Kathryn Bigelow für das Irak-Kriegsdrama The Hurt Locker (Tödliches Kommando) den Oscar für die beste Regie. Es ist der erste Oscar dieser Kategorie, der an eine Frau ging. Der Film erhielt noch 5 weitere Oscars für den besten Film, das beste Original-Drehbuch, den besten Schnitt, den besten Ton und den besten Ton-Schnitt. Herzlichen Glückwunsch – wir können uns dem Kommentar der Laudatio-Halterin Barbra Streisand nur anschließen: The Time has come.

Auch wir möchten auf wichtige Detail-Informationen, im Volksmund Klatsch genannt, nicht verzichten: Kathryn Bigelow ist erstens 1,82 Meter groß – eine unverzichtbare Tatsache, die mir mein erster Google-Suchtreffer mitteilte – und zweitens die Ex-Ehefrau von James Cameron, der den ausgezeichneten Film zum einen produziert hat und zum anderen mit Avatar der größte Konkurrent für einige der an The Hurt Locker verliehenen Oscars war. Da es sich bei Avatar um eine kitschige und letztlich kriegsverherrlichende 3D-Schmonzette über die Idee des guten edlen Wilden handelt, freut mich die Wahl der Oscar-Jury besonders. Avatar wurde seit seinem Erscheinen in den Medien häufig als richtungsweisend für die Zukunft des Kinos gewertet. Und nun ist ein Film ausgezeichnet worden, der eher konservatives Kino Kino ist – eine gute Geschichte um menschliche Schicksale und Tragödien wird gut und Action-reich erzählt. Auch das könnte richtungsweisend sein – nicht nur für die Zukunft des Kinos. Guter Content zählte – um es einmal in der Sprache des Webs zu sagen – mehr als die Tools der technischen Präsentation.

Eine Erkenntnis, die sich im Web2.0 ja schon länger durchgesetzt hat – Technik ohne Konzept und Content bringt gar nichts, wer im Netz erfolgreich sein will, muss entweder einmaligen Content bieten oder einmalige Vernetzungsmöglichkeiten. Einmalige Technik allein beeindruckt hier schon lange niemanden mehr.

Einher mit dieser Entwicklung zu Vernetzung (Social Media) und Content gingen die in den letzten Jahren steigenden Nutzerinnenzahlen – d.h. immer mehr Frauen gehören zu denen die das Internet nutzen. Wir würden uns im Meer der Internet-Studien, die tagtäglich erscheinen, eine wünschen, die diesen Zusammenhang untersucht. Ist das Netz social und Content-orientierter geworden, weil dort immer mehr Frauen unterwegs sind? Oder sind es jetzt mehr Frauen im Netz, weil das Netz mehr Content und vernetzte Kommunikation bietet?

Topics: Feminismus | Kein Kommentar »

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