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Sicheres Surfen ist kein Traum mehr

Von admina | 11. September 2009

Immer wieder hört man von Viren, die sich auf den Rechner zu Hause schleichen und die Bankdaten ausspähen, Passwörter abfangen und in unbekannte Kanäle leiten, beim Einkaufen eingegebene Kreditkartendaten klauen und meistbietetend verkaufen. Auch die Höhe der ergaunerten Beträge durch Hacker, die Daten verändern, während man sich auf der Seite der Bank wähnt, nehmen jährlich zu: Statt den Jahresbeitrag für den Sportkurs der Kinder zu überweisen, geht das Geld an ein anderes Konto, natürlich erst eimmal unbemerkt.

In Gesprächen höre ich immer wieder, dass auf Onlinebanking oder -shoppen verzichtet wird, weil es zu gefährlich sei. Bei dem Abschied ist immer Wehmut mit im Spiel, denn es ist doch sehr bequem, im Netz mal eben eine Überweisung durchzuführen: Es müssen keine Schuhe angezogen werden, sondern der Rechner wir angemacht, die Bankseite aufgerufen, noch einmal schnell in die Küche, weil das Teewasser kocht, dann fix überweisen. Wer verzichtet schon gern darauf, die Bahnfahrkarte zum Drucker zu schicken?

Der eigene Rechner als Schwachpunkt

Der Schwachpunkt bei all diesen sensiblen Geschäften, die online getätigt werden, ist der eigene Rechner. Trojaner, Viren und Phishingmails finden immer wieder den Weg auf den einen oder anderen Rechner. Wer hält schon sein Antivirusprogramm immer aktuell (hoffentlich alle)? Bekommt man nicht immer wieder mails von der Bank, dann ist dort halt mal ein Link, der auf Veränderungen der Hausbank hinweist (nein, nie!)? Die Datei im Anhang der Mail lässt sich nicht öffnen, na und (das war vielleicht ein Virus?). Sicherheitsupdates des Betriebssystems brauch ich nicht, usw.. Die Bequemlichkeit, die das Internet vermittelt, wird zur Belastung, der eigene Rechner zum Feind.

Eine Lösung gibt es schon lange: Man installiert sich auf dem Rechner ein zweites Betriebssystem, ein Linux (z.B. Ubuntu). Will man sicher sein, startet man den Rechner einfach mit Linux statt mit Windows. Linux ist viel weniger anfällig, mittlerweile auch sehr anwenderfreundlich, doch viele scheuen die Mühe.

OpenSource-Lösung c’t Bankix 

Der Heise Verlag hatte schon letztes Jahr sein c’t Bankix Live Betriebssystem vorgestellt und jetzt eine neue Version bereitgestellt. Das Prinzip von Bankix ist einfach: Man installiert Bankix nach Anleitung auf einen USB-Sticki (oder brennt es auf eine CD). Dann startet man den Rechner mit eingestecktem USB-Stick. Es erscheint dann kein Windows-Bildschirm, sondern die Oberfläche von Bankix:

c't Bankix

Wenn alles gut klappt, hat das Programm auch gleich eine Internetverbindung, auch W-Lan erkennt es mittlerweile gut.

Zum testen geht man einfach mal ins Internet: oben findet sich der Punkt Anwendungen, dann auf Internet und dort steht der Firefox bereit. Wenn man Bankix auf einen USB-Stick installiert hat, kann man auch das System aktualisieren und Lesezeichen abspeichern. Auf CD funktioniert das nur, wenn man beim Brennen "Multisession" angegeben hat.

Hat man alles wichtige sicher mit Bankix im Internet erledigt, fährt man den Rechner mit dem roten Knopf oben in Bankix wieder herunter. Nimmt man CD oder USB dann heraus und startet den Rechner wieder, bootet das alte Windows mit allen Programmen, denn Bankix rührt die Inhalt auf dem Rechner nicht an.

Bankix kann man bei heise herunterladen, dort findet sich auch eine gute Anleitung zur Installation auf den USB-Stick oder zum Brennen.

Dann wünsch ich wieder viel Vergnügen im Internet!

 

Topics: OpenSource, Technik & Software-Tipps | 3 Kommentare »

3 Kommentare to “Sicheres Surfen ist kein Traum mehr”

  1. frau buttgereit meint:
    16.September 2009 at 10:36

    Vielen Dank für den tollen Tipp!

  2. angelica laurencon meint:
    26.November 2009 at 22:46

    ouah… ich habe erst einmal mit Linux angefangen.  Schien kompliziert, aber ist eigentlich sehr klar und übersichtlich. Empfehlenswert**** mindestens.

  3. Elna Kolbeck meint:
    18.März 2014 at 23:44

    Ich beschäftige mich seit paar Tagen mit Programmen für das anonyme surfen im Internet. Es gibt viele Vorteile für das benutzen diverser Apps. Doch leider ist das Setup der Programme oftmals kompliziert. Diverse Backdoors tauchen vielmalig wieder auf. Seit Dienstag benutze ich nur noch eine Website mit dem Namen Proxybuster. Die URL in das freie Feld eingeben und ihr surft ohne ein nervende Installation ganz anonym : http://bit.ly/1eq9IiT

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