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    Berufliche Orientierung – was heißt das für Frauen mit Migrationshintergrund?

    Von Redaktion | 23. August 2017

    Dr. Jutta Franzen, Leiterin der Fortbildung "Berufliche Orientierung und berufsbezogenes Deutsch für Frauen mit Migrationshintergrund" im FCZBIn Berlin leben Frauen aus aller Welt. Die Einen sind schon lange hier, die anderen vielleicht gerade erst angekommen.

    Viele von ihnen haben einen Job, einige sind noch auf der Suche nach beruflicher Orientierung. Dabei unterstützt sie das FCZB mit einer Qualifizierung, bei der die Frauen eigene Stärken entdecken, Medienkompetenzen entwickeln und gleichzeitig ihre Deutschkenntnisse verbessern.

    Was das Besondere an dieser Weiterbildung ist, erzählt Jutta Franzen, die das Projekt seit Herbst 2016 leitet.

    Der eigene Weg zum beruflichen (Wieder-)Einstieg

    Fortbildung im FCZB: "Berufliche Orientierung und berufsbezogenes Deutsch für Frauen mit Migrationshintergrund"Als die erste Gruppe der Fortbildung „Berufliche Orientierung und berufsbezogenes Deutsch für Migrantinnen“ im Herbst 2016 startet, bin ich genauso aufgeregt wie die Teilnehmerinnen.

    Denn die Frauen, die an diesem ersten Trainingstag im FCZB sind, kommen aus zehn verschiedenen Ländern, u.a. aus Frankreich, Spanien, Afghanistan und der Türkei. Zehn Länder, zehn Sprachen, Kulturen und Vorstellungen.

    Bei aller Vielfalt ihrer aktuellen Lebenssituationen haben die Frauen ein gemeinsames Ziel: Sie wollen eine berufliche Orientierung für den (Wieder-) Einstieg finden.

    Natürlich sind ihre Vorstellungen zu Beginn noch sehr ungenau: Welche Berufsbilder gibt es? Welche Chancen bietet der deutsche Arbeitsmarkt, welche Förderungen und Finanzierungen sind möglich?

    Häufig sind sich die Frauen auch unsicher, wie sie die eigenen Fähigkeiten einschätzen sollen: Was kann ich? Bin ich zu alt? Wie schaffe ich das mit meiner Familie? Reichen meine Deutschkenntnisse?

    Persönliche Stärken entdecken

    Persönliche Stärken entdecken in der FCZB-Fortbildung "Berufliche Orientierung und berufsbezogenes Deutsch für Frauen mit Migrationshintergrund"Im Laufe der kommenden zwölf Wochen werden wir all diese Themen gemeinsam bearbeiten. Dazu gehört auch die Sicht auf die formal erworbenen Qualifikationen, die die Frauen aus ihrer Heimat mitbringen.

    Oft liegt die Ausbildung schon lange zurück oder entspricht nicht den aktuellen und hiesigen Anforderungen – egal ob es um Schulzeit oder abgeschlossenes Studium geht.

    Doch Formalitäten sind eben nicht alles. Denn erst der umfassende Blick auf die persönliche Biografie, auf wichtige Erfahrungen, bedeutsame Erlebnisse und alltägliche Routinen, legt die individuellen Kompetenzen frei und schafft ein neues (Selbst-)Bewusstsein für die eigenen Fähigkeiten.

    Berufliche Ziele benennen und nächste Schritte planen

    Berufliche Ziele benennen in der FCZB-Fortbildung "Berufliche Orientierung und berufsbezogenes Deutsch für Frauen mit Migrationshintergrund"Zum ersten Mal arbeiten die Frauen mit ihrer Lebensgeschichte. Sie lernen Methoden und Instrumente kennen, die zur Selbstreflexion anregen und sie darin unterstützen, ihre Stärken zu erkennen, zu beschreiben und einzuschätzen.

    Parallel dazu recherchieren die Frauen im Internet, besuchen JobPoint und Lernladen, das Berufsinformationszentrum (BIZ)  und die Gründerinnenzentrale.

    Mit diesem Wissen präzisieren die Teilnehmerinnen ihre Berufsvorstellungen, sie prüfen sie kritisch und hinterfragen, ob sie wirklich passen und realistisch sind.

    Damit haben die Frauen ein erstes, entscheidendes Ziel erreicht: Das kann ich gut! Das mache ich gern! Das ist mir wichtig!

    Und schon steht die nächste Entscheidung an: Wie geht es weiter? Sofort eine Stelle suchen? Eine Weiterbildung machen? Noch mehr IT-Know-how erwerben bzw. vertiefen? Oder lieber doch noch besser die neue Sprache verbessern?

    Deutschkenntnisse für den Beruf vertiefen

    Alltags- und Berufssprache - in der FCZB-Fortbildung "Berufliche Orientierung und berufsbezogenes Deutsch für Frauen mit Migrationshintergrund"Deutsch sprechen, schreiben, verstehen – das haben die Frauen während der gesamten Fortbildung geübt und ihren Wortschatz beständig erweitert. Denn alle Inhalte und Themen haben sie sich auf Deutsch erarbeitet und diskutiert.

    Nicht zu vergessen die Gespräche beim täglichen gemeinsamen Frühstück: Dabei geht es oft um Alltagssprache und wie sie sich vom berufsbezogenen Deutsch unterscheidet.

    Sehr beliebt ist auch die Online-Plattform Ich will Deutsch lernen. Denn hier kann jede Frau in ihrem eigenen Tempo üben. Sie sucht sich aus, ob sie lesen, hören oder schreiben will (oder alle Möglichkeiten gleichzeitig nutzt) und mit welchen interaktiven Elementen sie am besten arbeiten kann. Was sie dafür an IT-Know-how benötigen, lernen die Frauen quasi nebenbei.

    Arbeitsmittel Rechner und Smartphone

     Rechner und Smartphone: Arbeitsmittel in der FCZB-Fortbildung "Berufliche Orientierung und berufsbezogenes Deutsch für Frauen mit Migrationshintergrund"Natürlich nutzten alle Teilnehmerinnen schon vor Beginn der Fortbildung das Internet, aber eben häufig nur über das Smartphone und für private Zwecke. Deswegen erarbeiten sie sich jetzt, neben beruflicher Orientierung und berufsbezogenen Deutschkenntnisse, eine eigene, kritische Medienkompetenz.

    Dazu gehört u.a., eigene Texte am Rechner zu schreiben und zu bearbeiten, dazu gehört aber auch das Thema Datenschutz, von dem die Meisten eher vage Vorstellungen haben. Und dazu gehört auch, wie frau richtige und wichtige Informationen auf speziellen Job- und Bildungsportalen recherchiert.

    Perspektiven entwickeln und Entscheidungen treffen

    Perspektiven entwickeln und Entscheidungen treffen in der FCZB-Fortbildung "Berufliche Orientierung und berufsbezogenes Deutsch für Frauen mit Migrationshintergrund"Zum Ende der zwölfwöchigen Fortbildung haben die Frauen ihre nächsten Handlungsschritte geplant.

    Sie können ein konkretes Berufsbild benennen, das sie erreichen wollen.

    Auch wenn noch nicht alle Fragen abschließend geklärt sind, haben sie einander in ihren Vorhaben bekräftigt und gestärkt.

    Sie wissen jetzt, was sie können und wie ihr persönlicher Weg zum beruflichen (Wieder)einstieg verlaufen kann.

     

    Für mich war es eine großartige Erfahrung, diese klugen und motivierten Frauen zu begleiten, und ich freue mich auf die nächste Gruppe, zu der ich Sie herzlich einlade.

    Gemeinsam mit Ihnen, den neuen Teilnehmerinnen, möchte ich Perspektiven für Ihren beruflichen (Wieder-)Einstieg entwickeln. Die nächste kostenlose Fortbildung „Berufliche Orientierung und berufsbezogenes Deutsch für Migrantinnen“ startet am 18. September 2017.

    Auf der Fortbildungsseite finden Sie alle wichtigen Informationen zu Inhalten, Ablauf und Voraussetzungen.

    Ich freue mich auf Sie!

    Ihre Jutta Franzen

     

     

    Topics: Arbeitswelt & Weiterbildung, Wiedereinstieg | Kein Kommentar »

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