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Deutsch lernen mit dem FCZB

Von Redaktion | 28. Juni 2016

Behörden und Bürokratie

Deutsch lernen im FCZB - mehr als ein Sprachkurs (c) FCZB 2016

Die Zustände in Tempelhof sind menschenunwürdig: Zu wenig Platz für zu viele Menschen, der Lärmpegel ist extrem hoch, permanent ist das Licht an. Die Luft ist zum Schneiden, und auch die Ernährung ist komplett anders als zu Hause. Die hygienischen Verhältnisse sind katastrophal, Duschen ist nur alle drei Wochen möglich.

Manche Frauen leben mit ihren Familien bis zu fünf Monate in den Hangars. Viele Kinder sind traumatisiert, sie weinen viel und sind sehr ängstlich. Obwohl es Winter ist, sind viele von ihnen barfuß oder in Sandalen unterwegs. Alle, Erwachsene und Kinder, sind von der Flucht gezeichnet.

Am schlimmsten sind die regelmäßig erforderlichen Gänge zum LaGeSo. Morgens um vier Uhr brechen Frauen, Männer, Kinder auf, um trotz eines Termins acht Stunden lang anzustehen. Häufig bekommen sie am ersten Wartetag keinen Sacharbeiter zu Gesicht. Fast immer müssen sie am folgenden Tag noch einmal fünf bis sechs Stunden bei Eiseskälte anstehen.

Keine Frau, kein Kind übersteht das, ohne krank zu werden. Mehrere Wochen lang verwandelt sich unser Unterrichtsraum in ein Krankenlager. Die Frauen und Kinder haben Fieber und leiden an Erkältungen. Zwei Mädchen haben eine Nierenbeckenentzündung.

Topics: Arbeitswelt & Weiterbildung, Berlin, FCZB | Kein Kommentar »

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