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    Frauen in der Social-Media-Branche

    Von Redaktion | 26. Mai 2015

    2013 ruft Caroline Criado-Perez in den sozialen Medien eine Kampagne gegen die Bank of England ins Leben. Denn das Bankhaus will auf den britischen Geldscheinen nur noch Männerporträts abbilden. Die Kampagne wird von 35.000 Menschen unterstützt, die Bank zieht ihre Pläne zurück, doch gegen die Aktivistin gibt es in denselben sozialen Medien Anfeindungen und Drohungen. Im Interview mit Teilnehmerinnen der CSMM-Weiterbildung erzählt die britische Feministin und Journalistin, warum es trotzdem wichtig ist, dass Frauen die sozialen Medien nutzen.

    Die britische Journalistin und Feministin Caroline Criado-Perez (3. v.li.) und Teilnehmerinnen der FCZB-Fortbildung "Content- und Social Media-Managerin" bei der FES-Tagung "Wessen Internet? Geschlechterverhältnisse und Gender-Debatten im Netz" im April 2015 in Berlin (c) Manuela Plath

    Die Vorgeschichte

    Bisher ziert ein einziges Frauenbild die Rückseite einer britischen Banknote: Elizabeth Fry, die Reformerin des Gefängniswesens im 19. Jahrhunderts, ist auf der Fünf-Pfund-Note zu sehen. Nach dem Willen von Bankchef Mark Carney soll hier ab 2017 Winston Churchill zu sehen sein. Caroline Criado-Perez, britische Journalistin und Feministin, twittert über ihren Ärger und startet eine Petition. Innerhalb kurzer Zeit hat sie mehr zehntausende Unter_stützerinnen, ihr Anliegen geht durch alle Medien. Die Bank kündigt an, ab 2017 Jane Austen auf dem 10-Pfund-Schein abzubilden.

    Die Folgen

    Die Aktivistin hat also viel erreicht und zieht damit viel Hass auf sich. Vor allem auf Twitter wird verbal gewütet: die 31-Jährige wird beschimpft, sie bekommt Hassmails, ihr wird mit Vergewaltigung, Tod und Bombenattentaten gedroht. Mehr als zwölf Stunden lässt der Microbloggingdienst die Posts online stehen.

    Die Haltung

    Über diese Erfahrung und die Rolle von Frauen in der Social-Media-Branche berichtet Criado-Perez im April 2015 auf der Tagung der Friedrich-Ebert-Stiftung „Wessen Internet?“ Im Interview mit den Teilnehmerinnen des FCZB-Weiterbildung „Content- und Social-Media-Managerin“ vertritt die Britin eine klare Botschaft: CSMM sei mehr als ein Copy- und Paste-Job; denn Frauen hätten etwas zu sagen und sollten die sozialen Medien nutzen, um ihre Meinung zu äußern, Themen zu setzen und Diskurse anzuregen.

    „Das Wichtigste, was wir alle tun können, ist, andere Frauen zu bestärken, ihre Themen zu setzen, ihre Geschichte zu erzählen, Raum einzunehmen, vorne zu stehen und damit auch andere Frauen mitzuziehen. Gerade Frauen werden dafür im Netz stark angegangen und beschimpft und müssen Shitstorms aushalten. Ich denke, der Grund dafür ist, dass es in vielen sozialen Medien immer noch als neu und beängstigend empfunden wird, wenn Frauen ihre Meinung frei äußern. Das war auch einer der Gründe, warum ich ein Buch über Frauen geschrieben habe, über die unglaublichen Dinge, die Frauen auf der ganzen Welt leisten. Die Geschichten der Frauen werden immer noch nicht erzählt, wir tauchen nirgends auf, nicht in den Zeitungen, nicht in Filmen, nicht in Büchern … An unseren Arbeitsplätzen ist es wichtig, die Tätigkeiten von Frauen sichtbar zu machen, zu loben und zu verbreiten. Wir müssen kontinuierlich dafür sorgen, dass Frauen gehört werden! Und dass sie ihre Ziele verfolgen können, was auch immer ihre Ziele sein mögen!“

    Das Interview im (englischen) Wortlaut

    Links

    How social media helped me get Jane Austen on to £10 notes (Artikel von Caroline Criado-Perez, The Guardian 11.4.15)
    Website von Caroline Criado-Perez
    Wessen Internet? Geschlechterverhältnisse und Gender-Debatten im Netz. Veranstaltungsflyer der Friedrich-Ebert-Stifung

    Foto und Audio: Kim Schendel

    Topics: Arbeitswelt & Weiterbildung, Feminismus | Kein Kommentar »

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