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Biografische Kompetenzerfassung und -bilanzierung als Grundlage für die Berufszielfindung

Von Redaktion | 24. November 2014

Junge Frauen mit sozialen Benachteiligungen haben es häufig schwer, eine Berufsausbildung zu beginnen. Für diese Frauen wurde im FCZB i.R. des Projektes ARCA (Projektverbund „XENOS inklusive – Nachwuchssicherung und interkulturelle Kompetenz durch betriebliche Ausbildung”) einen Kurs entwickelt, der sie auf dem Weg in den Ausbildungsstart begleitet.

In einem jüngst erschienenen Sammelband-Artikel beschreiben Christine Holike, Kursleiterin, und Hanna Sostak, Coach und Facilitator im Bereich Beschäftigungsförderung, ein Good Practice des methodischen Vorgehens im Bereich der biografischen Kompetenzerfassung und -bilanzierung, das sie für den Kurs konzipiert haben.

 

Der Kurs

kompetenzbilanzierung

Manche Frauen benötigen eine Auffrischung oder Vertiefung grundlegender Schulkenntnisse für einen gelungenen Start in eine Berufsausbildung. Manchmal sind sie noch nicht lange in Deutschland und benötigen Sprachtraining. Manchmal werden ihre Abschlüsse in Deutschland nicht anerkannt oder für einen Ausbildungseinstieg erforderliche Medienkompetenzen bedürfen der Erweiterung. Hier knüpfte der 2013 entwickelte Kurs zur Vorbereitung einer erfolgreichen Ausbildungsaufnahme an. Er richtete sich an junge Frauen bis 35 Jahre, die sich für Berufe in der Hotelbranche interessierten – unabhängig von ihrer kulturellen und/oder sozialen Identifikation.

Neben einer umfassenden Kompetenzbilanzierung erhielten die Frauen Unterstützung bei der Entwicklung eines tragfähigen Berufsziels wie auch der Ausbildungsplatzsuche. Mit dem Ziel die Ausbildungsreife zu erlangen, wurden gleichzeitig schulische Basiskenntnisse sowie Medien- und Schlüsselkompetenzen trainiert. Die Teilnehmerinnen verbessertenn ihre Voraussetzungen für den Ausbildungs-Einstieg und finden idealerweise einen passenden Ausbildungsplatz.

Kompetent und selbstbewusst

Ohne gezielte Förderung haben diese Frauen oftmals wenig Aussicht auf geeigneten Ausbildungsplatz. Doch um jemanden fördern zu können, ist es wichtig zu wissen, was die Person schon kann. Weitaus wichtiger jedoch: Häufig ahnen weder Arbeitgeber_innen noch die Frauen selbst, welche Potenziale und Kompetenzen auch durch die alltägliche Erfahrung sozialer Benachteiligung erwachsen können. Biografische Erfahrungen befördern die Entwicklung von Kompetenzen, die häufig unerkannt oder formal nicht anerkannt werden, weil sie mit gängigen Maßstäben oder den Kriterien deutscher Bildungszeugnisse nicht gemessen werden können.

Darum ging es in dem Startworkshop und in den Coaching-Terminen des elfmonatigen FCZB-Kurses. Unter Anwendung eines Methodenmixes, der Vielfalt im Blick hat, reflektierten die Teilnehmerinnen in mehreren Schritten ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten, ihre Kenntnisse und ihr Wissen. Sie wählten die für sie wichtigsten Fähigkeiten aus und stellten sich vor, wie ihr Leben in drei Jahren aussehen würde. Aus diesem Kompetenzprofil entwickelten die Teilnehmerinnen mit den Trainerinnen einen individuellen Plan, um ihre (beruflichen) Ziele zu erreichen.

 

Mehr zu dem Sammelband-Artikel

Die Autorinnen
Christine Holike ist Sozialwissenschaftlerin und Leiterin des Ausbildungsvorbereitungskurses für Hotellerie-Berufe im FCZB. Hanna Sostak ist ProfilPASS-Beraterin und MetaCards® Practitioner. Sie arbeitet als Trainerin, Coach und Facilitator im Bereich Beschäftigungsförderung und leitet das Dialogzentrum für Beruf und Bildung in Berlin.

Artikel-Download
Den kompletten Beitrag finden Sie als PDF-Download auf der FCZB-Projektseite ARCA .

Das Projekt

Das FCZB-Projekt ARCA im Projektverbund Xenos inklusive  wird im Rahmen des Bundesprogramms Xenos – Integration und Vielfalt durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Sozialfonds gefördert.  Mehr Informationen zu diesem Programm finden Sie auf der Website Xenos Bundesprogramm.

 

Topics: Arbeitswelt & Weiterbildung, Berufseinstieg, FCZB | Kein Kommentar »

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