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Online-Reputation: Die richtige Prise „Ich“ im Netz

Von Redaktion | 30. Januar 2014

Haben Sie sich schon einmal selbst gegoogelt? Und wenn ja: Wie zufrieden sind Sie mit den Treffern, sprich Ihrer digitalen Identität? Noch vor einigen Wochen habe ich mich beim Ego-Googeln – der Suche meines Namens im Web – siegessicher zurückgelehnt: „Super, nichts zu finden!“, dachte ich, „Nur ein Treffer auf der Website meines ehemaligen Arbeitgebers. Kampf dem gläsernen Menschen à la George Orwell! Meine Privatsphäre gehört mir!“ Jetzt mache ich eine Fortbildung zur Content und Social Media Managerin beim FrauenComputerZentrum Berlin (FCZB) und gerate mächtig ins Grübeln: Kann dieses „Nichts im Web“ auch ein Nachteil für mich sein?

Wie so oft im Leben gilt es auch hier das richtige Maß zu finden, die richtige Prise „Ich“ im Netz. Dutzende Partyfotos auf Facebook, abfällige Bemerkungen über den Job oder fragwürdige Nicknames wie „HeißeSchnitte007“ sind im Allgemeinen kontraproduktiv für die Online-Reputation, den guten Ruf im Netz. Aber keine Suchtreffer möglicherweise auch.

Grafik Online-Reputation

Ich und meine Online-Reputation

Laut einer Umfrage von karrierebibel.de im Jahr 2010 überprüfen 62 % der befragten Personalverantwortlichen die Internet-Profile ihrer Bewerber und Bewerberinnen. Besonders häufig besuchen sie dabei die Portale XING und Facebook. Aber auch die allgemeine Websuche (z. B. über Google) oder Aktivitäten in Blogs werden durchleuchtet, um mehr über die Identität und Online-Reputation einer Bewerberin zu erfahren.

Ein positives Internet-Profil scheint die Chancen einer Bewerbung stark zu erhöhen. Mit digitaler Abstinenz geraten Sie wohlmöglich ins Abseits. Besonders dann, wenn Sie eine neue Arbeit suchen und im IT-, Medien-, PR- oder Marketing-Bereich tätig sind. Auch selbständig und freiberuflich Arbeitende tun gut daran, sich und ihre Dienstleistungen im Internet optimal zu präsentieren. Denn immer mehr Menschen suchen online und nutzen einschlägige Portale, um Meinungen über eine Person oder Dienstleistung einzuholen.

Tatsächlich geht der Trend auch auf dem Stellenmarkt hin zum „Sich-Finden-Lassen“, wie Malou Bülow, Trainerin des FCZB berichtet. Mitglieder bei XING oder LinkedIn werden aufgrund ihrer beruflichen Kompetenzen eingeladen, in Projekten mitzuarbeiten. Erfolgreiche Blogger und Bloggerinnen erhalten Angebote von interessierten Online-Zeitungen. Der Grund: Diese Menschen haben sich im Web 2.0 einen guten Ruf erarbeitet. Sie stellen ihre Fähigkeiten direkt online unter Beweis. Und sie sind bekannt.

Es geht folglich darum, Informationen bewusst und gezielt zu veröffentlichen. Überprüfen und schärfen Sie Ihr Erscheinungsbild im Internet: Damit können Sie nicht nur ein schlechtes Image vermeiden, sondern sich auch neue Chancen schaffen. Im Fachjargon heißt das Online Reputation Management (ORM).

Ziele setzen: Wie möchte ich mich präsentieren?
Stellen Sie sich zuallererst folgende Fragen: Welche Eigenschaften, Fähigkeiten und Fertigkeiten möchte ich präsentieren? Und was möchte ich damit erreichen? Eine Arbeit finden? Kunden gewinnen? Gleichgesinnte treffen? Mir einen Namen als Expertin machen? Aus den Antworten können Sie ableiten, welche Inhalte Sie hervorheben und mit welchen Mitteln Sie Ihr Profil gestalten.

Mittel zur Online-Reputation nutzen
Mittel zum Formen des Online-Profils gibt es viele: von Einträgen in Personensuchmaschinen und ausführlichen Berufsprofilen bei XING oder LinkedIn, über Twitter-Beiträge und Blogs unter eigenem Namen bis hin zur Website mit dem eigenen Namen als Domain.

Schreiben Sie Beiträge zu Ihren Fachthemen oder kommentieren Sie Beiträge in Communitys. Legen Sie dort ein Profil an, wo Ihre Zielgruppe Sie sucht. Verlinken Sie Ihre Profile und Website untereinander. So erhöhen und optimieren Sie die Treffer über sich in den Suchmaschinen.

Überprüfen Sie regelmäßig die Treffer Ihres Namens in den Suchmaschinen, um sich einen Überblick zu verschaffen, alte Profile zu löschen oder unerwünschte Informationen entfernen zu lassen. Nutzen Sie auch die Privatsphäre-Einstellungen der sozialen Netzwerke, um selbst zu bestimmen, wer Ihre Informationen sehen darf. Dabei gilt: Vorsorge ist besser als Nachsorge. Überlegen Sie immer im Vorfeld, was man über Sie erfahren soll und was nicht. Denn findet die Information erst einmal ihren Weg ins Internet, ist sie oft nur schwer wieder zu entfernen.

Und zu guter Letzt: Bleiben Sie am besten ehrlich und authentisch. Es sei denn, sie wollen bewusst ein Pseudonym erschaffen.

Weiterführende Informationen zum Thema

Ausführliche Tipps zum guten Ruf im Web mit Beispielen für Webdienste zur Imagepflege von CHIP Online
http://www.chip.de/artikel/Ego-SEO-Besseres-Image-im-Internet_41781534.html

Blogbeitrag mit 5 Tipps für eine bessere Online-Reputation
http://imgriff.com/2007/10/01/5-tipps-fuer-eine-bessere-online-reputation/

Website und Blog vornehmlich über die Reputation von Unternehmen und Produkten, aber auch mit Checkliste für die eigene Online-Reputation
http://www.netz-reputation.de/

Auflistung von Online-Diensten für das Online Reputation Management
http://www.karrierebibel.de/reputation-20-dienste-fuer-einen-besseren-ruf/#more-334

Beitrag zum Thema: Welche Konsequenzen hat die Online-Reputation für Bewerbung oder Job?
http://karrierebibel.de/akte-social-media-der-jobprofiling-report/

Umfrage unter Personalverantwortlichen rund um die Bewerbung
http://karrierebibel.de/bewerbungsstudie-2010-tippfehler-todsunden-online-profile/

Die Autorin Corinna Will nimmt aktuell an der Fortbildung zur Content- und Social Media-Managerin im FCZB teil.

Topics: Arbeitswelt & Weiterbildung, Gut zu wissen, Social Media, Social Media, Netzkultur & Web-Allerlei, Wer lernt hier eigentlich? | Kein Kommentar »

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