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Wie viel sozial steckt in Social Media?

Von Gast | 22. August 2013

Gastbeitrag von Susanne Przeslawska

Denk ich an Social Media in der Nacht – dann knüppeln Trolle, toben Shitstorms, blubbern „Freunde“. Die digitale Identität ist anonym. Kann rücksichtslos beleidigen und beschimpfen. Ist asozial? Im realen Leben trauen sich die Wenigsten solch ein Verhalten an den Tag zu legen. Aus Unsicherheit oder Angst verurteilt oder ausgeschlossen zu werden. Das mit dem Sozialen in Social Media, zu deutsch Soziale Medien, ist mißverständlich. Mein Gefühl und Thesaurus dagegen sind klar: Sozial steht für Fürsorglichkeit, Hilfsbereitschaft, Gemeinnützigkeit. Im Deutschen.

Sozial wird im Deutsch-Englisch-Wörterbuch mit care (zu deutsch: Fürsorge) übersetzt. Im Englischen versteht man unter dem Begriff social die Gesellschaft an sich. Wer social ist, ist gesellschaftlich, nicht jedoch fürsorglich oder gar altruistisch. Im Social Media Magazin (Heft 1, 2011) assoziiert Autor William Sen sein Verständnis zum Anglizismus: Unter sozialen Medien könnten  im Grunde mediale Angebote der Arbeitsagentur oder karitativer Organisationen verstanden werden. Um Benachteiligten zu helfen, Zugang zu Medien zu erhalten, die sonst kostenpflichtig und somit unzugänglich wären. Kostenloser Zugang zu Computern, Internet oder Software, die aus Spenden oder Fördermaßnahmen für benachteiligte soziale Schichten zur Verfügung gestellt werden, würden die Definition von »sozialen Medien« am ehesten treffen.

Klarheit verschafft Wikipedia, Social Media in Personalunion. „Social Media (auch Soziale Medien) bezeichnen digitale Medien und Technologien (vgl. Social Software), die es Nutzern ermöglichen, sich untereinander auszutauschen und mediale Inhalte einzeln oder in Gemeinschaft zu gestalten.“ Es geht darum, gesellschaftliche Interaktionen und Zusammenarbeit zu ermöglichen, um eine Demokratisierung von Wissen und Informationen zu unterstützen. Es geht darum, nicht nur zu konsumieren, sondern auch zu produzieren und partizipieren.

Software und Möglichkeiten stellen Social Media ihren Nutzer_innen zur Verfügung. Was diese damit anfangen, bleibt ihnen selbst überlassen. Pöbeln. Informationen erhalten und weitergeben. Oder via Twitter einen Spendenaufruf realisieren, z.B. zur Unterstützung der Berliner Obdachlosenhilfe „Omnibus“. Social Media sind so sozial wie seine User_innen.

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Susanne Przeslawska ist Teilnehmerin des aktuellen Durchgangs unserer Fortbildung „Content und Social Media Managerin“ .
Gleich nach dessen Abschluss startet eine neue Runde des Power Online- und Social Media Trainings (ab 30.9.2013),  die wieder einem Schwung von wissbegierigen Frauen ermöglicht, sich mit aktuellem Web- und Social Media Know-how neue berufliche Perspektiven zu erschließen.

 

Topics: Arbeitswelt & Weiterbildung, Community Kultur, Social Media, Netzkultur & Web-Allerlei | Kein Kommentar »

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