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„Du hast dem Kind Chips gegeben!“ Diskurs statt Diskussion

Von Redaktion | 6. Mai 2013

Leidige Diskussionen über offene presse_logos-republica_thumb
Zahnpastatuben, schädliche Ernährung und falsches Erziehungsverhalten, den Abwasch oder die Einkäufe: Gunter Dueck präsentierte auf der re:publica anschaulich, in welchen Situationen Diskussionen zum Scheitern verurteilt sind. Denn meist wird ja gar nicht diskutiert, sondern aufeinander losgegangen. Langweilig ist es zudem, da er Gesprächsverlauf eh vorhersagbar ist.

Das Beharren auf der eigenen Meinung vor dem Hintergrund der eigenen Biographie, Situation und Lebensverhältnisse statt der Anerkennung des Anderen, führt eben meist zu nichts. Für jedes beliebige Thema finden sich pro und contra Argumente, das ist vollkommen beliebig, man nehme z.B. die Schuluniform, schon gibt es ein Streitgespräch.

Dueck wirbt dafür, den Ethnozentrismus, das Beharren auf der eigenen Meinung, die eigene Brille abzulegen und stattdessen eine „ethnokulturelle Empathie oder Kulturempathie“ zu entwickeln. Nur so könnte ein vernünftiger Diskurs entstehen. Dafür sei allerdings Metakommunikation notwendig, im Fall der Zahnpasta könnte ein erster zarter Versuch zum Beispiel in der Frage liegen: „Merkst du, dass wir diese Diskussion seit 10 Jahren so führen?“. Die Metakommunikation wird in vielen Ehen allerdings eher klein geschrieben.

Auch bei gesellschaftlichen Debatten kommt das Gesprächsniveau meist nicht über die Zahnpasta oder Chipstüte hinaus, unzählige TV-Duelle veranschaulichen dies. Untermalt wird das Szenario dann noch mit Killerphrasen wie: „Ja, das ist doch aber nichts Neues“ oder „Das ist nicht machbar“ oder „Das ist nicht finanzierbar“.

Der Appell an die Netzgemeinschaft mit ihren Netzstandpunkten lautet denn auch, die eigene Perspektive abzugleichen: „Die Realität ist 200 Meter weiter draußen„. Und: Öfter mal mit den Nachbarn reden!

Hier gibt es den ganzen Beitrag online auf youtube …

Topics: Bildung & Politik, Community Kultur, Gut zu wissen | Kein Kommentar »

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