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Das summiert sich: Gleichstellungsbericht für Anfängerinnen

Von Redaktion | 25. Juni 2012

Letzte Woche war nicht nur Fête de la Musique, Sommeranfang, Mittsommernacht, CSD, Tag des Schlafes – jaja, letzterer ist an manch eine/-r/-m einfach so vorbeigezogen – sondern auch ein kleines Jubiläum. Der Gleichstellungsbericht der Bundesregierung wurde vor einem Jahr veröffentlicht. Anlässlich dessen gab es in der Friedrich-Ebert-Stiftung eine Geburtstagsfeier mit Diskussionsrunde, auf der u.a. auch zentrale Ergebnisse des Berichtes in Erinnerung gerufen worden.

Dabei wurde anschaulich berichtet, wie sich erwerbsbiografische Entscheidungen im Laufe des Lebens summieren. Soziologie statt Maschinenbau studiert? Lieber Altenpflegerin als Automechanikerin geworden? Beim ersten Kind aus dem Job raus, weil der Mann mehr verdient? Danach einen Minijob angenommen, weil sich eine volle Stelle wegen dem Ehegattensplitting gar nicht rechnet? Oder weil es keinen Kitaplatz gab? Zwischenzeitlich den Schwiegervater gepflegt? Im Alter dann selbst eine mickrige Rente?

Viele Frauen beginnen gutausgebildet und auch die Beziehung gestaltet sich zunächst egalitär. Mit den Jahren treten sie im Job jedoch zurück: Je länger die Ehe, desto traditionaler wird die Arbeitsteilung. Die klassische Rollenverteilung ergibt sich nicht unbedingt freiwillig, sondern vor dem Hintergrund ökonomischer Anreize und Zwänge. Widersprüchliche Lebenslaufpolitik mit falschen finanziellen Anreizen beenden, Quoten für Führungspositionen, flexible Arbeitszeitmodelle und Stärkung der Gleichstellungspolitik gehörten denn auch zu den Forderungen des Abends.

Für Berlinerinnen gibt es für heute noch eine gute Nachricht: Die geschlechtsspezifischen Unterschiede in den Erwerbsbiografien sind in Großstädten geringer als auf dem Land.

 

Topics: Arbeitswelt & Weiterbildung, Bildung & Politik, Feminismus | Kein Kommentar »

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