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Sommer-Haiku und eine kleine Gender-Revolution

Von Redaktion | 18. Juli 2011

Natürlich muss ein FrauenComputerZentrum auch etwas über eine FrauenFußballWM sagen. Und erst recht über diese, die gestern zu Ende ging.

Dem Nationalismus, der manche bei solchen Veranstaltungen befremdet, wurde der Wind ja bereits im Viertelfinale aus den Segeln genommen. Schade wars allemal, zumal wir nach der ersten Woche den wichtigsten neuen deutschen Namen endlich gelernt hatten: Célia Okoyino da Mbabi. Von da an jedenfalls war nur noch Fußball, dann zwar kein Sommermärchen mehr, sondern Sommer-Haiku und das umso gelungener, wie sogar ARD und ZDF aus ihren Quoten zu berichten wissen.

Original-WM-Haiku WM-Haiku-Variante
Eine Menge bebt
Spann den Ball in den Bogen
Verbreite Freude
Homare Sawa
haut ihn einfach rein
Tor!

 

Ich habe diese WM vom ersten bis zum letzten Moment genossen. Das Eröffnungsspiel habe ich im Stadion gesehen, die Vorrunde mit verhalten deutschem Optimismus erlebt, im Viertelfinale gelitten und doch eingestehen müssen, dass Japan bestechend gut gespielt hat – wahnsinnig effizient, technisch ausgereift und mit unglaublicher Spielintelligenz. Zen oder die Kunst der Raumaufteilung. Nun sind die Japanerinnen mit genau dieser Spielweise am Ende verdient Weltmeisterinnen geworden und ich finde es angemessen und gerecht.

Mein Highlight der WM aber war ein anderes Erlebnis. Kurz vor dem Finale spielte ich mit den beiden Söhnen, 6 und 4 Jahre alt, einer Freundin im Garten Fußball. Ich gegen die beiden. Bevor es richtig losgeht, ruft der eine aus dem Feld mir als Kampfansage entgegen: Ich bin Marta! Der, der im Tor steht, schreit gleich hinterher Und ich Hope Solo!

Bitte mehr Frauen-Weltmeisterschaften!
Und dann bitte vielleicht noch eine Stephanie Jobs…

 

Topics: Bildung & Politik | 2 Kommentare »

2 Kommentare to “Sommer-Haiku und eine kleine Gender-Revolution”

  1. Renate Wielpütz meint:
    29.Juli 2011 at 11:03

    Liebe Silke, well done! Du sprichst mir aus dem Herzen. Ich war auch bei der Eröffnung und habe – wann immer ich konnte – geschaut.
    Schöner Text.

    Big hug – r

  2. silke buttgereit meint:
    29.Juli 2011 at 15:12

    Liebe Renate – und bei der nächsten WM schauen wir dann zusammen, oder schon bei der EM, obwohl es da ja keine Japanerinnen zu bewundern geben wird….
    s.

Kommentare