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Girls´Day – zukünftige Fachkräfte für Deutschland

Von Redaktion | 20. April 2011

unsere Systemadministratorin

Am vergangenen Donnerstag fand zum 11. Mal der jährliche Girls` Day statt. Auch wir waren mit  der „Sysadmina-Ambulanz“ wieder dabei. Unsere Systemadministratorin – kurz: Sysadmina – hat 5 Mädchen im Alter von 11 Jahren ihre Aufgaben- und Arbeitsfelder vorgestellt. In der „Schrauber-Werkstatt“ haben die Girls aus vielen Einzelteilen einen Computer zusammengebaut und auch zum Laufen gebracht – alle waren begeistert.

Zwischendurch gab es natürlich auch ein paar „echte“ Notfälle, bei denen die Mädchen bei der Lösung mithelfen mussten: ein Virus im System, ein Passwort wurde vergessen, das Internet funktionierte nicht mehr … Es war ein sehr schöner Tag, der uns viel Freude bereitet hat. Die Mädchen so ohne jegliche Vorbehalte im Umgang mit den Computern zu sehen – da waren wir erstaunt und hoch erfreut – hier liegen unsere Zukunftschancen! Dass diese Mädchen mit einer vernünftigen Begleitung und sinnvollen Anreizen gut für technische Berufe zu interessieren sind, wurde bei unserem Workshop sonnenklar – und dazu leisten wir gern unseren Beitrag.

Warum? Ein Blick auf den Arbeitsmarkt zeigt uns, dass die Berufswahl von Frauen und Männern nach wie vor in klar getrennten Bereichen und nach stereotypen Rollenmustern erfolgt. Ein Wechsel in die Domäne des anderen Geschlechts bleibt eher die Ausnahme. Gerade in den sogenannten MINT-Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik), in denen Fachkräfte in naher Zukunft händeringend gesucht werden, sind Frauen deutlich unterrepräsentiert. Trotz höherer Bildungsabschlüsse wählen sie in der Regel wenig zukunftsträchtige klassische Frauenberufe mit schlechterer Bezahlung und weit weniger Ein- und Aufstiegschancen als in vielen Jobs der sogenannten Männerdomänen. Unterm Strich ist Frauenerwerbstätigkeit stark durch Teilzeitarbeit und ein niedrigeres Einkommen gekennzeichnet.

In den MINT-Berufen wird es jedoch zukünftig mehr und interessante, gut bezahlte Jobs geben. Jetzt liegt es an den Frauen, diese Berufe auch gezielt zu wählen. Die Unternehmen müssen ihrerseits umdenken und aktiv darauf hinwirken, attraktiver für Frauen zu werden (z.B. durch vernünftige Modelle der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben), damit diese Männern auch in technischen Berufen gleichgestellt werden und ihre Kompetenzen produktiv einbringen können. Im Hinblick auf den Fachkräftemangel ruht gerade bei Frauen ein beträchtliches Potential – das sagt auch die Bundesagentur für Arbeit in ihrer Studie: „Perspektive 2025: Fachkräfte für Deutschland“.

Der Girls‘ Day hat´s schon früher erkannt und wir auch. Im nächsten Jahr sind wir wieder gern dabei!

 

Topics: Arbeitswelt & Weiterbildung, Bildung & Politik, Feminismus | Kein Kommentar »

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