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    Frauen shoppen online genauso viel wie Männer – aber mehr Sportartikel

    Von Redaktion | 9. März 2010

    Frauen erobern die Online-Märkte. Oder die Online-Märkte erobern die Frauen. Laut Statistischem Bundesamt – das sich am gestrigen Frauentag noch mit dem Gender Pay Gap und der Tatsache beschäftigte, dass 51% der Frauen in Deutschland ihren Lebensunterhalt nicht ausschließlich durch eigene Erwerbstätigkeit finanzieren (können) – sind 54% der weiblichen Internet-Nutzerinnen auch Internet-Shopperinnen (55% bei den Männern). Heißt das nun, Frauen verdienen zwar weniger als Männer, geben aber genauso viel Geld aus? Zahlen werfen immer mehr Fragen auf als sie beantworten. Bekanntlich gibt es ja drei Arten von Lügen: erstens die Einfache, zweitens die Gemeine und drittens die Statistik. Und wenn man auf der interessanten Website des Statistischen Bundesamts nach Begriffen wie Frauen oder Frauentag sucht, schwirrt einer bald der Kopf vor lauter Zahlen, die eine staunen lassen oder einer gar die Laune verderben.

    Männer chatten im Internet mehr als Frauen und Frauen kaufen dort mehr Kleidung, Handtaschen und Sportartikel, während Männer mehr Software und Computerspiele kaufen. Wer ein wenig nachdenkt, kommt schnell darauf, dass hier schon zu erkennen ist, was der Medaillenspiegel der eben zu Ende gegangenen Olympischen Spiele überdeutlich zeigte: Wesentlich sportlicher und punktgenau fit sind die deutschen Frauen. Flugtickets, Urlaubsunterkünfte, Bus- und Bahntickets werden von Frauen und Männern online hingegen gleichermaßen erworben.

    Manche Zahlen aber bleiben verlässlich gleich. Die 23%, die Frauen weniger als Männer verdienen, stagnieren seit 2005. Dafür haben immer weniger Frauen Vollzeitjobs. Und immer weniger Mütter arbeiten und arbeiten erst recht nicht Vollzeit, wobei Ostmütter dies wesentlich mehr tun als Westmütter.  In Deutschland lebende ausländische Mütter sind weniger häufig berufstätig als in Deutschland lebende deutsche Mütter. Jeder 6. Elterngeldbezieher ist ein Mann und wer, bitte schön, hätte gedacht, dass es in Deutschland wesentlich mehr Männerchöre als Frauenchöre gibt? 10% der in der Feuerwehr aktiven Menschen sind Frauen.

    Einer der qualifiziertesten Beiträge des gestrigen Tages kam erstaunlicherweise von Olaf Henkel, Ex-BDI -Präsident (Bundesverbandes der deutschen Industrie). Er sprach sich für eine Frauenquote in den Führungsgremien der Unternehmen aus. Es sei ein Armutszeugnis, dass in den Aufsichtsräten die Frauen meistens von der Arbeitnehmerseite, beispielsweise über die Gewerkschaften kämen. Er sagte nicht, für wenn dies ein Armutszeugnis ist. Für die Frauen, für die Gewerkschaften, die Frauen in den Gewerkschaften, für die Führungsgremien der Unternehmen, für die in Unternehmen tätigen Frauen? Das wirklich Verzwickte an der ganzen Sache ist ja, dass jede dieser Antworten ein Körnchen Wahrheit enthält.

    Gerne haben wir übrigens auch diesen Artikel zum Frauentag gelesen: Hundert Jahre Vorsprung

    Topics: Bildung & Politik, Social Media, Netzkultur & Web-Allerlei | 5 Kommentare »

    5 Kommentare to “Frauen shoppen online genauso viel wie Männer – aber mehr Sportartikel”

    1. Wolfgang Biggel meint:
      10.März 2010 at 01:39

      Natürlich nähert sich der Online-Shopping-Frauenanteil langsam der Quote im echten Leben an…….. 80 Prozent.

      Frauen sind halt typische Kulturfolger!
      😉

    2. silke buttgereit meint:
      12.März 2010 at 17:21

      Na ja, wenn dann Kulturfolgerinnen, aber in diesem Fall halte ich auch das für falsch – Shopping als Kultur scheint mir eher von Frauen entwickelt worden zu sein. Oder?

    3. Achim Schmitt meint:
      15.März 2010 at 16:11

      „Männer chatten mehr als Frauen“ – Das ist definitiv eine Überraschung 😀

    4. Florian Emde meint:
      28.Oktober 2010 at 10:54

      Wenn weniger Frauen erwerbstätig sind, haben sie ja auch mehr Zeit das Geld Ihrer Männer zu vershoppen (-,

    5. Daniela W. meint:
      22.November 2010 at 15:20

      Dem kann ich nicht so zustimmen. Ich kaufe Klamotten lieber im Laden, um sie direkt anzuprobieren. Ich suche online eher nachGutscheinen, um sie quasi ‚Offline‘ einzulösen und damit zu sparen.

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