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Best Agers? Quatsch – Security Agers

Von Redaktion | 22. September 2009

Absolut offline und analog und ungetwittert meine Wahlprognose: Merkel bleibt Kanzlerin. Und zwar nicht wegen ihres guten oder schlechten Web2.0-Wahlkampfes oder wegen des schlechten Web-Wahlkampfes der Konkurrenz. Das Web hat in diesem Wahlkampf als Entscheidungsmotivator überhaupt keine Rolle gespielt – es sei denn, die eine oder andere wird sich von so viel schlechter PR gänzlich vom Wählen abhalten.
Merkel wird Kanzlerin, weil ihre letzte Plakat-Aktion einfach wahnsinnig gut ist. "Wir wählen die Kanzlerin", dazu dieses geniale Foto von Merkel-Buddha, das ist staatsmännisch und feministisch zugleich. Und unglaublich beruhigend. Das spricht die Generation der Best Agers und Young Best Agers, die irgendwo bei Mitte 40 losgeht und bei knappen 60 endet, ganz unbedingt an. Best Agers sind nämlich zumeist Security Agers – bitteschön möge sich die Welt nicht so sehr verändern und die Qual der Orientierunglosigkeit durch Neues erspart bleiben. Wir haben Web2.0 in unser Leben integriert, das muss genügen.

Die Sehnsucht der Security Agers nach Sicherheit ist riesig. Woher ich das weiß? Ist Ihnen schon aufgefallen, dass plötzlich, nachdem Polizei und Radfahrverbände seit Jahren erfolglos dafür PR betreiben, ganz Berlin mit Helm auf dem Fahrrad sitzt? Die Generation Playmobil ist auf den Helm gekommen und sieht nun auch genau so aus wie die kleinen Plastikmännchen mit Topffrisur. Man vermeidet unnötige Risiken und findet Merkel in der Pose als Mutter der Nation unwiderstehlich. Merkel Meiselt und selbst wenn wir sie nicht wählen – wenn Merkel Kanzlerin bleibt, haben wir es ihr und uns schon fast verziehen. GrübchenMeier war ja auch wirklich keine Alternative.

 

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