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Was die Spatzen von den Dächern des social media Universums pfeifen

Von duscha | 19. Juni 2009

Nicht nur aus China gibt es dieser Tage kein Gezwitscher zu hören, auch unser FCZB- Blog ist – wenn auch nur temporär – seiner munteren Singstimme beraubt. Die ergibt sich zur Zeit in den andalousischen Bergen der Stille, wo es – angeblich – keinen Netzzugang gibt. Also nehme ich die Gelegenheit wahr, jetzt das zu tun, was eh schon lange versprochen war, nämlich den Blog ab und zu auch mit zu bespielen.

Eigentlich sollte der Beitrag ein kurzer Erfahrungsbericht von den Web2.0-„Exerzitien“ auf den FCZB-Tamtagen werden, inklusive einer Antwort auf den klugen Peter Kruse mittels eines Hinweises auf weitere kluge und v.a. etwas hoffnungvollere Gedanken des Professors zu kollektiver Intelligenz, Netzwerken und Web 2.0 in einem Interview mit DNAdigital  – einer übrigens spannenden Plattform, die sog. digital natives mit Entscheidern aus Wirtschaft und Politik in einen Dialog des Voneinander-Lernens bringen will.

Aber dann kam die alles entscheidende Wahl und die wichtigsten Web 2.0 Dinge tun sich seit dem in der Oppositionsbewegung im Iran – Sie zeigen einmal mehr, warum Web 2.0 soviel weniger aussagekräftig ist als der Begriff  "social media" – sein englisches Pendant – und sie machen klar, wo die neuen Medien ihrer größten Stärken haben: In der schnellen Verbreitung und weltweiten Vernetzung dezentraler Information oder Mikroinformation (dazu gibts den nächsten Blogbeitrag in Kürze) und bei der spontanen Mobilisierung von Menschen und Gruppen, die nicht institutionell verankert oder zentral organisiert sind, sondern die ein gemeinsames Thema oder Anliegen haben, das nicht im Mainstream verortet ist. Besonders  beeindruckend entfalten sie ihr Potential unter Bedingungen von Zensur, Repression und Krieg, wenn die Massenmedien kontrolliert werden, aber es nicht gelingt, alle modernen, global vernetzten Kommunikationskanäle, die wir als Individuen nutzen können, gleichzeitig abzuschalten. Und so pfeifen in diesen Tagen die Spatzen von allen Dächern, dass die Menschen im Iran den Wahlbetrug und Terror des Regimes nicht hinnehmen –  laut und deutlich für alle im digitalen Universum zu hören, zu lesen und zu sehn. Ja, heute mag ich auch Twitter – mit dem ich bislang so gar nichts anfangen mochte.  

Einen hervorragenden Überblick und praktisches Know-how  zur Nutzung von social media wie z.B. Twitter bietet der Blogservice Mashable. Mit seinem Dossier HOW TO: Track Iran Election with Twitter and Social Media hilft er momentan  Menschen in und außerhalb des Irans über aktuelle Ereignisse und Aktionen der Opposition auf dem Laufenden zu halten.  

Für eine Versorgung mit aktuellen News sorgt auch ein Abonnements des feeds der Huffington Post zur Wahl im Iran: http://www.huffingtonpost.com/tag/iran-election/feed.

Und frei nach dem Motto ein Bild sagt mehr als 1000 Worte – schaut euch die Foto-Sammlung in Google an und dann vergesst das Handeln im "richtigen Leben" nicht:

B U N D E S W E I T E  GROSSDEMONSTRATION IN BERLIN!, 21. Juni 2009

14.00 Uhr (Stuttgarter Platz (S Berlin-Charlottenburg / U7 Wilmersdorfer Straße)
bis 18:00 Uhr mit Abschlusskundgebung Gedächtniskirche. 

Topics: Bildung & Politik, Community Kultur | 1 Kommentar »

Ein Kommentar to “Was die Spatzen von den Dächern des social media Universums pfeifen”

  1. frau buttgereit meint:
    21.Juni 2009 at 11:30

    Grüße aus dem Off der andalusischen Berge…

Kommentare